Veröffentlicht am 13.11.2010
Akademie mit Spitzen-Ruf
Von Helmut Engel
Die Fachakademie für Hauswirtschaft ist 30 Jahre alt. Mit zahlreichen Gästen feierten die Verantwortlichen der Schule den runden Geburtstag.
Seit Jahren verbindet die FAK für Hauswirtschaft in Ahornberg ein freundschaftliches Verhältnis zur Hofecker Grundschule in Hof. Mit einem Singspiel über Helloween gestaltet nun die Klasse 3a die Jubiläumsfeier aus.
Ahornberg- Keine lange Reden halten, sondern das tun, "was wir am besten können", das ist die Devise von Schulleiter Hermann Gesell.
Und so war es dann auch zum 30jährigen Jubiläum der Fachakademie für Hauswirtschaft in Ahornberg. Die Studierenden hatten diesen Anlass für ein Projekt gewählt und daraus ein Event gestaltet, bei dem jedes Detail auf das andere abgestimmt war.
Passend zur Jahreszeit wurde "Helloween" als Thema gewählt und von der Dekoration über das Büfett bis hin zum Unterhaltungsprogramm, das von der Hofecker Grundschule Hof ausgestaltet wurde, war alles auf den Tag der Geister und des Spuks ausgerichtet.
Aber ganz ohne Ansprachen geht es halt doch nicht an solch einem Tag und so erinnerte der Schulleiter an die Gründung der FAK, die auf die Initiative des damaligen Landrats Ewald Zuber und den Schulleiter der Ahornberger Schulen, Fritz Nothaft, zurückging.
Damals sei Ahornberg eine von zwölf Fachakademien für Hauswirtschaft in Bayern gewesen, heute gäbe es nur noch neun. Dass Ahornberg weiter dazugehört, hat es seinem guten Ruf zu verdanken, den es sich in den drei Jahrzehnten erarbeitet hat. So konnten während dieser Zeit über 500 Studierende einen erfolgreichen Abschluss ablegen und in gehobenen Positionen bei großen und erfolgreichen Unternehmen Anstellung finden oder an einer Universität ein Studium aufnehmen.
Dass dieser Erfolg möglich gewesen war, hätte auch besonders an dem engagierten und mit viel Einfühlungsvermögen ausgestatteten Lehrkörper gelegen, von dem einige sogar ihre Ausbildung in Ahornberg genossen hatten.
Besondere Anerkennung sprach Gesell seiner Stellvertreterin Jutta Dauerer aus. "Was die Unruh für die Uhr, das ist Jutta für die Schule, sie hält den ganzen Betrieb am Laufen."
Auch dem ehemaligen Schulleiter Horst Dolling sprach Gesell einen Dank aus. Schon damals hätte er die Schule mit sehr viel Fingerspitzengefühl geführt und das gute und vertraute Einvernehmen zwischen Lehrern und Schülern geschaffen. "Sie haben unseren Weg bereitet", so Gesell an seinen Vorgänger, der es sich nicht nehmen ließ, an der Feier teilzunehmen.
Auch einen weiteren Wegbegleiter der Schule wollte der Schulleiter nicht unerwähnt lassen, den Vizepräsidenten des Bayerischen Gemeindetages und Schirmherrn der Schule, Klaus Adelt. Er hätte für die Schule immer ein offenes Ohr und kümmert sich in vorbildlicher Weise um die Belange der Schule und seiner Studierenden.
Einen Dank sprach er auch der stellvertretenden Leiterin der Landwirtschaftsschule in Münchberg, Henriette Merkel, aus. Weil die Ahornberger Schule aus allen Nähten platzt, würde sie an ihrer Einrichtung Unterschlupf gewähren. Abschließend bekamen noch die Studierenden ein besonderes Lob für die Ausgestaltung der Feier, verbunden mit der Hoffnung, dass alle ihre beruflichen Wünsche in Erfüllung gehen mögen.
Schirmherr Klaus Adelt sprach in einem Grußwort an die mit den Kommunen eng verbundene Schule seine Glückwünsche aus, dass sie sich so toll am Markt behaupten kann. Die Schulabgänger seien die beste Werbung für Ahornberg. Durch die gute und erfolgreiche Arbeit der Lehrer würden die Absolventinnen den guten Ruf in die ganze Welt hinaustragen. Weil nicht nur von oben herab gepaukt, sondern im Team gearbeitet wird, entstehe zwischen Lehrern und Studierenden schon so etwas wie eine "Lebensgemeinschaft".
Als Jubiläumsgeschenk hatte sich der Schirmherr etwas ganz besonderes ausgedacht. "Ich komme im Frühjahr mit Stockfisch ins Haus und bereite ihn mit den Studierenden nach Frankenwaldart zu, damit die alten traditionsreichen Rezepte nicht in Vergessenheit geraten".
Der stellvertretende Landrat Alexander Eberl überbrachte die Glückwünsche des Landkreises und war beeindruckt von dem, was hier auf die Beine gestellt wird. Besonders gefiel ihm, dass auch Brücken zu anderen Schulen mit ihren Kindern geschlagen werden. Er wünschte viel Kraft, dass der eingeschlagene Weg weitergegangen werden kann, denn in Ahornberg leiste man eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe.
Matthias Döhla erzählte ein Gleichnis von einer Familie, die mit ihrem Esel durch Land zog und es niemanden Recht machen konnte. Ganz egal wer auf dem Esel saß, immer gab es dabei Kritik. Deshalb sei es besser, man ginge seinen eingeschlagenen Weg geradlinig weiter, dann hat man auch Erfolg. So hätte es die FAK für Hauswirtschaft 30 Jahre lang gehalten und wenn sie auf diesem Weg weiterginge, "dann feiern wir auch noch den 50. und den 100. Geburtstag".
Horst Dolling, der frühere Schulleiter, hat die Entwicklung der Schule auch nach seiner Pensionierung verfolgt und ist immer noch "mit Freude im Herzen mit der Schule verbunden". Er zeigte sich erfreut, dass sie sich so toll weiterentwickelt. Dies sei im guten Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler begründet, wo alles so menschlich gehandhabt würde. Die Leistungskraft der Schule sei heute im ganzen Land bekannt. Dass die Hauswirtschaft heute einen guten Ruf genießt, sei auch den zahlreichen Kochsendungen im Fernsehen zu verdanken. "Sie zeigen, dass Kochen Kunst ist", aber Kochen sei noch lange nicht alles, "zur Hauswirtschaft gehört viel mehr!".
Helmut Engel
Wir danken Herrn Engel von der Frankenpost ganz herzlich für diesen gelungenen Artikel mit den schönen Bildern und der Erlaubnis, diese auf unserer Homepage zu veröffentlichen.
Herr Schrenk, Frau Schillers liebster "Kampfgefährte" bei der Erarbeitung von Aufführungen der Hofecker Grundschule hat zum Jubiläum folgendes schöne Lied verfasst:
Ein Lied für Ahornberg
30 Jahre, ja 30 Jahre sind eine lange Zeit!
30 Jahre - Ein Grund zum Feiern! Wir lassen´s krachen heut´!
Alles, was mit dem Haus zu tun hat, das kriegt man hier gelehrt.
Perfekt kochen und backen können, das ist doch nie verkehrt?!
Tisch zu decken will auch gelernt sein. Hier macht es sogar Spaß.
Ahornberger sind Spezialisten für Porzellan und Glas!
Die Ernährung g´hört ausgewogen, das weiß heut´ jedes Kind.
Wo und was man am besten einkauft, das lernst Du hier geschwind!
Mancher Schüler macht groß Karriere - dank Ahornberg geht's schnell!
Gestern Abend noch Teller waschen; heut´ führst Du ein Hotel!!!
In der Küch´n, do werd ganz gründlich jed´s Menü geplant.
Und wird dann mal der Hering sauer - is nur der Fisch gemaant.
Zu lang singa, verdirbt die Feier; drum machen wir jetzt Schluss!
Schee wär´s, wenn´s Eich a wengla g´fall´n hat!
Darüber haben wir uns sehr gefreut und wir danken Frau Schiller, Herrn Schrenk und den Kindern der Hofecker Grundschule ganz herzlich für ihren Einsatz. Es war einfach herrlich!
Wie die Projektevaluation nach dem Fest gezeigt hat, gefiel es den Kindern und ihren Familien bei uns sehr gut.
Die Kinder haben mit Spaß und Freude an den Vorbereitungsarbeiten teilgenommen, und haben mit unseren Studierenden gekocht, gebacken, gebastelt und gelacht.
Der anschließende Festschmaus entsprach sicher nicht den Regeln der DGE, aber wir alle haben das leckere Essen im schön dekorierten Festsaal sehr genossen.
Es war für uns alle ein wunderschönes Fest!