Dr. Fred Gollwitzer referiert in Ahornberg über das "Lernen mit Erfolg"

"Vertrauen in sich selbst haben"

AHORNBERG "Lernen mit Erfolg" ist seit den Pisa-Studien, bei denen Deutschland schlecht dastand, ein großes Thema in ganz Deutschland. Was zum richtigen Lernen alles gehört, darüber referierte Dr. Fred Gollwitzer, Schulleiter der Medizinischen Berufsfachschule Bad Elster und Leiter des Telekollegs Hof, unter anderem an der Fachakademie für Hauswirtschaft in Ahornberg.

Für das "Lernen mit Erfolg" sind eine ganze Reihe Faktoren verantwortlich. Schon der Lernort sollte richtig ausgewählt werden. Neben Arbeitstisch und -stuhl sollten auch Ordnung, Farbgebung und Licht eine Rolle spielen. Stimmen müssen auch die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur. Außerdem sollte möglichst wenig Lärm in der Umgebung sein. Während des Lernens solle auch für die nötige Entspannung gesorgt werden. Eine sportliche Betätigung, gymnastische Übungen, Yoga oder Meditation können das Lernen fördern.

Ein wichtiger Faktor ist die richtige Ernährung. Dr. Gollwitzer rät, die Finger von Kantinenkost und Fertiggerichten aller Art zulassen und hauptsächlich auf Obst, Gemüse, Rohkost, Fisch, Geflügel, Milch- und Vollkornprodukte zu setzen. Auch der persönliche Biorhythmus, die seelische und geistige Kurve des Menschen, sollte beim Lernen Beachtung finden. "Gute Leistungen sind gewiss, wenn alles im Plusbereich ist."

Ein wichtiges Kriterium ist die Motivation, bei der primär der Spaß im Vordergrund stehen sollte: "Motivation mit Fleiß gepaart ist wichtiger als Intelligenz." Der Schüler muss den Nutzen und die Vorteile erkennen, die er durchs Lernen erreicht, und er soll sich stets eine gewisse Neugier bewahren. Auch Lob, und sei es Eigenlob, fördern die Motivation. "Man muss Vertrauen in sich selbst haben und sich sagen: Ich schaffe es". Positives Denken bringe einen vorwärts.

Wenn es eine schwierige oder unangenehme Aufgabe zu lösen gilt, dann sollte dies nicht auf die lange Bank geschoben werden. "Unangenehme Arbeit sollte sofort erledigt werden, um von der Belastung loszukommen." Der Lernende muss sich Ziele und Teilziele setzen und regelmäßig Pausen einlegen. Lernen vor dem Schlafen hilft, das Gelernte besser zu behalten. Hilfreich beim Lernen sind so genannte Eselsbrücken - und "in gesungener Form lernen wir besser als in Prosa." Jeder Lernende sollte sich eine Lernkartei anlegen: "Wiederholung ist die Mutter der Studierenden."

Dr. Gollwitzer kennt drei Lerntypen: 39 Prozent lernen am besten visuell - das heißt, wenn sie Bilder sehen. 17 Prozent lernen akustisch: Sie merken am leichtesten, was sie hören. Motorisch lernende behalten im Kopf, was sie tun. Es gibt aber auch Lerntypen, die eine "Mehrfachspeicherung" bevorzugen: Sie setzen das Gelesene in Bilder um oder stellen sich das Gehörte oder Gesehene vor. Auf jeden Fall sollte das Wichtigste mitgeschrieben werden: "Nur zehn Prozent von dem, was wir lernen, ist wirklich wichtig - und dies sollte jeder herausfiltern."

Eine wichtige Lerntechnik ist die "SQ3R-Methode". "Survey" heißt "einen Überblick gewinnen" und bezeichnet die Orientierungsphase. "Questions" sind "Fragestellungen"; der Terminus bezieht sich auf die Fragephase. "Read" ist "aktives Lesen" oder die Studierphase. Dabei sollte das Wesentliche unterstrichen werden - "je weniger umso besser." "Recide" ist das anschließende "Aufsagen", die Formulierungsphase, und "Review" die "Überprüfung" oder Kontrollphase.

Um Gelerntes für immer im Gedächtnis zu behalten, stellte der Referent verschiedene Systeme vor - wie das Verknüpfungs-, das Zahl-Form-, das Raum-, das Alphabet- oder das Major-System. Auch Hilfsmittel wie Farben, Imagination, Rhythmus oder Bewegung können dies unterstützen. Und: Richtig gelernt ist schon fast bestanden . . .

Helmut Engel

Wir danken Herrn Helmut Engel ganz herzlich für diesen Artikel und die Erlaubnis, ihn auf der Homepage der Fachakademie zu veröffentlichen.


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